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Artikel "Faustball"

Faustball ist ein so genanntes Rückschlagspiel. Es treten immer Mannschaften zu je fünf Spielern gegeneinander an. Zusätzlich kann eine Mannschaft noch bis zu drei Ersatzspieler haben. Die Anordnung auf dem Spielfeld mit je einer Mannschaft auf einem Halbfeld ist etwa wie beim Volleyball. Die Mannschaften sind nur durch eine Linie auf dem Boden und durch eine gespannte Schnur in der Luft getrennt. Wie hoch die Schnur gespannt wird kommt auf das Alter der Spieler an, bei Erwachsenen wird sie etwa in 2 Metern Höhe gespannt. Mittlerweile wird statt einer Schnur aus Gründer der Orientierung und Sichtbarkeit aber ein 5cm breites rot-weißes Band verwendet. Diese Abgrenzung darf von keinem Spieler oder dem Ball berührt werden. Das Ziel einer Mannschaft ist es, dass ein Spieler aus ihren Reihen den Ball so mit dem Arm oder der Faust ins gegnerische Feld schlägt, dass ihn dort keiner der Spieler erreichen kann.

Anders als beim Volleyball sind jedoch die Regeln was eine Berührung des Balls angeht. Wenn ein Spieler den Ball berührt hat, darf er danach auch einmal auf dem Boden aufspringen, dann muss er allerdings erneut von einem Spieler berührt werden. Dies darf so lange praktiziert werden, bis der Ball von höchstens drei Spielern berührt wurde. Das heißt, dass spätestens der dritte Spieler, der den Ball berührt ihn dann auch ins gegnerische Feld spielen muss. Wenn ein ball abgewehrt werden soll, so wird dies in der Regel mit der Innenseite des ausgestreckten Unterarms getan. Ein Angriffsball wird hingegen immer mit der Faust gespielt. Falls der Ball bei einem Angriff nicht mit der Faust gespielt wird, wird dies als Fehler gesehen.

Die Zählweise beim Faustball ist folgendermaßen: Wenn einem Team ein Fehler unterläuft, so gibt das einen Punkt fürs andere Team. Das ist auch der Fall wenn die Mannschaft nicht Aufschlag hatte. Aufschlag hat immer diejenige Mannschaft, die auch den letzten Fehler gemacht hat. Gewinner ist das Team, das als erstes drei Sätze gewonnen hat. Vereinzelt kann es auch vorkommen, dass nur zwei Gewinnsätze gespielt werden. Ein Satz wird gespielt bis eine Mannschaft 20 Punkte hat. Dabei müssen aber mindestens 2 Punkte Differenz zwischen beiden Mannschaften liegen, sonst wird solange weitergespielt bis dies der Fall ist. Aber auch nicht weiter bis ein Team 25 Punkte hat. Steht es also zum Beispiel 25:24, so hat die Mannschaft dann den Satz eben mit nur einem Punkt Unterschied gewonnen. Bei kleineren Turnieren ist es durchaus auch möglich nach Absprache auf Zeit zu spielen. Dann gewinnt eben das Team den Satz, das nach Ablauf der Zeit am meisten Punkte hat.

Als Fehler und damit gleichbedeutend als Punkt für den Gegner wird gewertet, wenn ein Spieler oder der Ball das Band in der Mitte berühren. Das gleiche gilt, wenn der Ball außerhalb des Spielfelds auf den Bode fällt oder diesen auch innerhalb des Spielfelds zweimal hintereinander berührt. Des Weiteren darf der Ball auch nur zwischen den beiden Pfosten das Band überqueren und nicht an einem Pfosten vorbei beispielsweise. Auch ist es ein Fehler, wenn mehr als drei Spieler einer Mannschaft während eines Spielzugs den Ball berühren. Ebenso ist es, wenn ein Spieler zum zweiten Mal während einem Spielzug den Ball berührt. Ebenfalls bekommt der Gegner den Punkt, wenn der aufschlagende Spieler der Gegnermannschaft die 3-m-Linie übertritt und wenn der Ball von einem anderen Körperteil als dem Ober- oder Unterarm oder der Faust berührt wird.
Beim Faustball kann je nach Witterung und Jahreszeit in der Halle oder im Freien gespielt werden. Im Freien hat das Spielfeld eine Größe von 50m mal 20m. In der Halle wird meist auf dem Handballfeld, das eine Größe von 40m mal 20m hat, gespielt.

Der Faustball besteht aus Leder und muss um ein schönes Spielen zu ermöglichen straff aufgepumpt sein. Bei den Frauen beträgt das Gewicht des Balls ca. 350Gramm und bei den Männern 380Gramm. Je nach Können des Spielers kann man durchaus Geschwindigkeiten zwischen 100 und 120 km/h bei einem Angriffsschlag erreichen.

Bei der Aufstellung der Spieler bleibt anzumerken, dass anders als beim Volleyball jeder seine eigenen feste Position innehat. Das beleibt auch bei einem Aufschlagswechsel so. Die Mannschaft, die Aufschlagsrecht hat, hat meist drei Spieler vorne am Netz und zwei, um den hinteren Raum abzudecken. Die verteidigende Mannschaft hat drei Spieler im hinteren Bereich des Felds postiert und nur zwei vorne, die jedoch auch etwa zurückgezogen spielen.
Gewechselt darf nur werden, wenn das Team gerade Aufschlag hat. Des Weiteren hat jede Mannschaft pro Satz einmal das Recht eine Auszeit von 30 Sekunden Länge zu nehmen.

Ähnlich wie bei anderen Mannschaftssportarten gibt es auch beim Faustball einen Schiedsrichter und zwei Linienrichter. Die allerletzte Entscheidungsgewalt über einen Punkt oder Fehler liegt immer beim Schiedsrichter. Um Ligaspiele leiten zu können, benötigt der Unparteiische eine spezielle Lizenz. Gegenüber vom Schiedsrichter und zwar in jedem gegenüberliegenden Eck des Spielfelds sind die Linienrichter postiert und überwachen von dort das Spielgeschehen.

Was bis heut noch niemand herausgefunden hat ist aber immer noch die genaue Entstehungszeit vom Faustball. Es wird jedoch vermutet, dass der Sport seine Wurzeln im Süden Europas hat. Dort, um genau zu sein in Italien, soll bereits 3 Jahrhunderte vor Christus ein Spiel gespielt worden sein, das sehr an das heutige Faustball erinnert. Sogar Johann Wolfgang von Goethe hatte bereits 1786 in seinem Tagbuch „Italienische Reise“ etwas geschrieben, dass auf den Faustballsport schließen lässt. So richtig durchgesetzt hat sich der Sport vor allem auch in Deutschland dann im Jahre 1927. Zu dieser zeit haben sich nahezu 12000 Mannschaften am geregelten Faustballbetrieb beteiligt. Jedoch wurde der Fortschritt durch den Ausbruch des 2. Weltkriegs jäh gestoppt und erst wieder ab ca. 1947 weitergeführt. Heute spielt man den Sport vor allem in Europa und Südamerika. Deutschland gehört zu den führenden Faustball Nationen und gewann unter anderem mit der Männer Mannschaft neunmal den Weltmeistertitel.




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