Sport-lexikon.net
Navigation
Startseite
Aqua-Fitness
Aqua-Jogging
Babyschwimmen
Bahnengolf
Baseball
Basketball
Bumerang
Curling
Discofox
Eishockey
Faustball
Fußball
Kanusport
Radsport
Rallycross
Snooker
Volleyball
Wasserball
Windsurfen
Impressum


< Zurück

Artikel "Kanusport"

Der Kanusportart ist eine Sportart, die im Wasser betrieben wird und bei der sich der Sportler durch Paddelschläge vorwärts bewegt. Um Sportverletzungen zu vermeiden, ist jedoch auch beim Kanuspiort Vorsicht geboten. Ganz im Gegensatz zum Rudern gibt es beim Kanusport keine Verbindung des Paddels und des Bootes.

Der Begriff des Kanusports kommt aus Großbritannien, da hier alle Paddelboote als Kanus charakterisiert wurden. Deshalb sagen die Leute heute zu jeder Sportart, wo mit Paddelbooten gearbeitet wird Kanusport. In Gegenden Nordamerikas, in denen Englisch gesprochen wird, sagen die Menschen auch zu Kajaksportlern Kayaker und die Franzosen nennen sie Kayakisten. Althergebracht gibt es schon immer die beiden Bootstypen Kanadier und Kajak. Britische Staatsbürgen entwickelten auf dieser Grundlage Ruder- und Segelboote. Das ist auch der Grund, warum sich die ersten Kanus, die es in Europa gab vom Aussehen her sehr unterschieden haben. Der Begriff des Kanadiers entstand in Europa ohnehin nur aufgrund eines Irrtums. Erst 1934 wurde dann ein Boot als Kanadier anerkannt, das auch Holz und Tuch bestand. Noch heute wird für ein Kajak die Abkürzung K und für einen Kanadier die Abkürzung C benutzt. Gleich nach den Buchstaben wird die Zahl der „Insassen“ des Bootes geschrieben. Wenn da K1 zu lesen ist, steht das für einen Kajakeiner und C2 bedeutet Kanadierzweier. Früher gab es noch eine weitere Abkürzung, nämlich das F, was für Faltboote benutzt wurde. Im heutigen Sprachgebrauch wird diese allerdings nicht mehr verwendet seit die Disziplin nicht mehr olympisch ist. Zu den Anfängen der Kajaks waren diese immer geschlossen, während Kanadier immer offen waren. Die gegenwärtigen Kanus können aber nach diesem Aspekt auch nicht mehr eindeutig identifiziert werden. Die Hauptunterschiede bei beiden Sportarten sind die verschiedenen Paddel, die verwendet werden und auch die Sitzposition im Boot. Beim Kajak kommen so genannte Doppelpaddel zum Einsatz und beim Kanadier benutzt der Sportler ein Stechpaddel. Schon vor langer Zeit verwendeten die Eskimos extra leichte Einerkajaks, um damit auf die Jagt zu gehen. Allerdings haben diese Boote eine gewisse Ähnlichkeit zu den Faltbooten. Die zunehmende Entwicklung im Automobilbereich und auch die Entstehung von Kunststoffbooten haben dafür gesorgt, dass von nun an die Einerkajaks aus Plastik waren. Dadurch wurden sowohl die Disziplinen, als auch die Techniken beim Kanusport grundlegend revolutioniert. Durch die hohe Stabilität der Plastikboote wurde es möglich Sportarten wie Kanupolo oder auch Wildwasserpaddeln auszuüben. Es gibt Wettkämpfe bei denen nur Kajaks zum Einsatz kommen, beispielsweise beim Kanupolo ein extra für diesen Sport entwickeltes Kajak. Faltboote hingegen sind eher nur noch für Fernreisen geeignet, aber auch bei Liebhabern hoch im Kurs.
Aber nun ein kurzer Abriss zur Geschichte des Kanusports: Es waren englische Schiffsführer, die die ersten Kanus im 16. – 17. Jahrhundert in Europa eingeführt hatten. Nach Deutschland kamen die Boote dann gegen Ende des 18. Jahrhunderts durch englische Studenten. Erst am Anfang des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Kanus in Deutschland wahrgenommen. Erste Paddelboote, die gebaut wurden, sind sehr schwer gewesen und hatten vom Aussehen einiges von einem Ruder- oder einem Segelboot. Mit dem Bau von Faltbooten begann man dann 1907. Das allererste Rennen, das in Europa mit Paddelbooten stattgefunden hatte, wurde 1862 in Budapest abgehalten. Eine erste Regatta in Deutschland hatte 1870 stattgefunden. Genaue Aufzeichnungen gibt es nicht, weil zu den Anfängen des Sports noch keine genaue Unterscheidung zwischen dem Paddeln und dem Rudern gegeben war. Der älteste in Deutschland noch existente Kanuverein wurde im Jahre 1905 gegründet. Ein deutscher Kanuverband wurde 1914 ebenfalls in Hamburg ins Leben gerufen. Deutsche Meisterschaften fanden dann bereits 5 Jahre später statt. Der so genannte Deutsche Kanutag hatte 1920 festgelegt, dass eine Unterscheidung zwischen Kanus, Kajaks und Kanadiern gemacht werden müsse. 1936 war ein großes Jahr für den Kanusport, da die Sportart hier bei den Sommerspielen olympisch wurde. Auch Frauen nehmen seit 1948 bei den olympischen Kanu Disziplinen teil. Im Jahre 1972 hatten die Organisatoren vier weitere olympische Disziplinen mit aufgenommen.

Nun werden eine gesundheitliche Eckpunkte unter die Lupe genommen: Für den Kanusport sind wohl die wichtigsten Eigenschaften, die man mitbringen sollte Ausdauer, Koordination, Gleichgewichtsgefühl und natürlich auch eine gesunde Portion an Kraft. Am meisten belastet werden bei dieser Sportart die Arme, da sie den Großteil an Arbeit verrichten zu haben. Aber auch der Oberkörper und der Unterkörper stehen unter starker Belastung. Sollten in diesen Bereichen irgendwelche gesundheitlichen Probleme bekannt sein, sollte sich der Sportler vorher genauestens über Nebenwirkungen, die die Ausübung des Sports mit sich bringen kann informieren. Ein Wassersportler, egal welchen Sport er dort betreibt, muss natürlich auch schwimmen können. Bei gewissen Disziplinen wie dem Slalom beispielsweise ist auch eine sehr gut Sehstärke sicher nicht von Nachteil.

Es gibt auch einige Disziplinen, bei denen es keine offiziellen Wettkämpfe gibt. Zu diesen zählen das Küstenkanuwandern, das Kanuwandern, Wildwasserpaddeln und auch das Playboating. Auf der anderen Seite gibt es dann aber auch Disziplinen, in denen regelmäßig Wettkämpfe, wie zum Beispiel olympische Spiele, World Games oder auch Welt- und Europameisterschaften stattfinden. Der Kanurennsport ist eine dieser Disziplinen, die im Jahre 1936 auch olympisch wurde. Dabei wird auf geraden Bahnen im Wasser mit einem Kajak oder Kanadier um die Wette gefahren. Bei Olympia finden Rennen mit dem Einer-, Zweier- und Vierer-Kajak und mit dem Einer- und Zweier Kanadier statt. Aber auch der Kanu Slalom ist eine olympische Sportart, bei der ein Parcours durch eine von Offiziellen ausgesteckte Strecke gemeistert werden muss. Meistens finden die Rennen auf künstlich erschaffenen Strecken statt. Zu weiteren Sportarten, bei denen Wettkämpfe stattfinden zählen der Wildwasserrennsport, das Kanupolo und auch Rennen in Drachenbooten. Des Weiteren sind auch noch das Kanusegeln, Rafting und Kanu-Freestyle äußerst beliebte Variationen bei den Wassersportlern.

Die momentan erfolgreichste Kanusportlerin auf der Welt ist die deutsche Birgit Fischer. Sie hat bei olympischen Spielen in ihrer Karriere insgesamt zwölf Medaillen gewonnen, von denen acht Gold waren. Gert Fredriksson ist bei den Männern der Mann, der die größten Erfolge vorzuweisen hat. Er hat im laufe seiner Karriere acht Medaillen und davon sechs goldene gesammelt.

Seit dem Jahre 1992 finden bei olympischen Spielen Kanu Wettkämpfe in 12 verschiedenen Disziplinen statt. Des Weiteren gibt es noch vier unterschiedliche Disziplinen beim Kanuslalom.