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Artikel "Windsurfen"

Windsurfen ist eine Weiterentwicklung aus dem Wellenreiten. Man wollte sich das Segel und die Windkraft zunutze machen, um nicht mehr gegen die Wellen rausschwimmen zu müssen. Ende der 60er Jahre entwickelte Newman Darby sein Darby Sailboard, ein sogenanntes Segelbrett, das mit einer Art beweglichem Drachen verbunden wurde. Jim Drake entwickelte es weiter und setzte als erster den Gabelbaum zur Verbindung des Segels mit dem Mast ein. Hoyle Schweitzer entdeckte dabei den wirtschafltichen Aspekt und etablierte das Windsurfen als Trendsport. Der Markterfolg, den er alsbald erzielte machte ihn letztendlich auch zum "Erfinder".
In den 70er Jahren erfolgten weitere Erleichterungen des Sports: das Trapez und die Fußschlaufen. Das Trapez entlastet gerade bei stärkeren Winden die Hände und Arme und die Fußschlaufen dienen zum besseren Halt auf dem Board, insbesondere bei starkem Wellengang. Schnell fand der Sport immer mehr begeisterte Anhänger und auch in der Olympiade wurde er aufgenommen. Mit der Zeit wurden die Bretter, abgesehen von speziellen Disziplinen, immer kürzer und die Anforderungen höher, sie zu beherrschen. Aus diesem Grunde, und weil viele sich dann im Fortschritt stagnieren sehen, wenden sich viele Anfänger heute nach dem Erwerb des Surfgrundscheins bei einem der vielen Windsurfschulen wieder ab. Zudem hat sich mit dem Ableger des Kitesurfens ein trendiger Konkurrenzsport entwickelt, der dem Windsurfen die Sportler geradezu abgreift, obwohl beides auch gut zu vereinbaren ist. Selbst Robby Naish, ehemalige Windsurflegende, nutzt mittlerweile bei schwächerem Wind den Kite und bei stärkerem Wind greift er aufs Windsurfen zurück.

Technik und Material
Das Grundlegende beim Windsurfen ist die gleichzeitige Beherrschung des eigenen Gleichgewichts auf dem Brett und die Kontrolle der Segelstellung. Deshalb sind die Anfängerbretter auch kippstabiler und meist mit einem Schwert versehen, das daran hindert abzutreiben. Sie lernen meist als erstes den Schotstart, bei dem sich der Anfänger auf das Brett stellt, das Segel im 90° Winkel zum Brett auf der Leeseite (windabgewandten Seite) ausrichtet und mit aufrechtem Körper das Segel an der Schot aus dem Wasser zieht, dann den Mast mit einer Hand, den Gabelbaum mit der anderen und dann mit beiden Händen den Gabelbaum umfaßt und Fahrt aufnimmt. Die nächste Starttechnik, die er lernt ist der Beachstart. Hier steht der Sportler im Wasser und hält das Rigg in Fahrtstellung und steigt von Luv (der windzugewandten Seite) vom Wasser auf das Board.
Bei Fortgeschrittenen werden dann die Bretter wendiger, also leichter und kleiner und haben statt des Schwertes, das beim Gleiten stören würde, nur noch eine kleine Finne am Heck (hinteren Teil des Brettes), und es kommt das Trapez und die Fußschlaufentechnik zum Einsatz. Richtig erfahrene Surfer wählen meist einen Sinker, das heißt ein Brett, das erst durch den dynamischen Antrieb aus dem Wasser geliftet wird. Bei einem Sinker ist es das Ziel möglichst lange im Gleiten zu bleiben, da dann die Drehfreudigkeit am besten gegeben ist. Wenn man einen Sinker surft sollte man jedoch den Wasserstart schon sehr gut beherrschen, da ein normales Aufholen mit einer Startschot (ein Tampen, der am Mast und Gabelbaum befestigt ist) dann nicht mehr möglich ist. Beim Wasserstart liegt der Sportler im Wasser und muß das Segel entsprechend zum Wind und der Welle ausrichten, es dann leicht nach oben drucken, um den Wind darunter kommen zu lassen. Im nächsten Schritt muß er dann erst einen, dann beide Füße aufs Brett bringen und sich vom Wind im Segel aufs Brett ziehen lassen. Diese Starttechnik kann man am besten auf einem Fortgeschrittenenboard üben, das zudem noch für den Notfall eine Startschot besitzt, die auch noch als solche verwendet werden kann. Ebenso kann man das Trapez- und Fußschlaufenfahren auf einem solchen Fortgeschrittenboard am besten üben.

Entsprechend seines Surfkönnens, des Ziel des Surfens und auch den örtlichen Gegebenheiten sollte man auch das Material wählen. So gibt es bei den Segeln 2 vorherrschende Ausführungen: Das Cambersegel, das an den Lattenenden zusätzlich 1-5 Kunststoffteile (Camber) hat, die für ein starres Tragflächenprofil des Segels sorgen. Diese Segel werden inbesondere bei größeren Segeln und bei Wettkämpfen zum besseren Vortieb genommen, sind aber nicht sehr leicht zu handhaben. Für Manöver im Freestyle und Waveriding sind die RAF-Segel (Rotating Assymetric Foil) hingegen geeignet. Bei ihnen ragen die Segelllatten über den Mast hinaus und schnappen beim Wenden (drehen des Bugs durch den Wind) und Halsen (drehen des Hecks durch den Wind) auf die andere Seite des Mastes. Das Tragflächenprofil entsteht hier nur auf der Lee-Seite.

Das Ziel des Surfens ist natürlich individuell verschieden. Der eine möchte ein Wettbewerb bestreiten, der andere einfach nur Spaß haben und wieder ein anderer sucht den extremen Adrenalinkick. Doch wer es einmal probiert hat und wirklich Spaß dabei gefunden hat, der kann schnell zum Surfaholic werden. Windsurfen ist zudem auch eine Lebensart geworden. Es gibt Surfermode, Surferstyle und ein Image, das für Freiheit und Naturverbundenheit steht. Hang loose!